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Karl-Josef Kuschel:<br>Walter Jens

Karl-Josef Kuschel:
Walter Jens

 
Düsseldorf (Patmos), 2003
ISBN 3-491-72473-2
EUR 18,00

Niemand hat sich in der deutschen Literatur nach 1945 so mit den Überlieferungen des Christlichen auseinandergesetzt wie Walter Jens. Im Blick auf ihn meint „Protestant“ beides zugleich: christliche Identität und ästhetisch-politisches Selbstverständnis, geistige Heimat und politische Verpflichtung. In seinem Werk wird das Spannungsfeld von Deutschtum - Christentum - Judentum immer wieder neu vermessen, werden Fragen einer Ethik des Friedens im Zeitalter der Massenvernichtungswaffen im Medium literarischer Entwürfe reflektiert.
Karl-Josef Kuschel legt in seinem Buch Ethos und hermeneutische Prinzipien des Autors Walter Jens frei. Dessen theologisch-literarisches Oeuvre stellt er erstmals im Zusammenhang dar. Er schreibt im Spiegel des Werkes von Walter Jens damit auch ein Stück politischer und literarischer Zeitgeschichte. Dabei geht es um exemplarische Fragen von Christsein und Gesellschaft, Religiosität und Intellektualität in Deutschland.

Karl-Josef Kuschel:
Walter Jens verkörpert auf ganz eigene Weise ein Zugleich von literaturhistorischer Gelehrsamkeit, philologischer Kompetenz, literarischer Imagination und rhetorischer Kraft, dessen Wirkung nicht nur im Raum der Gesellschaft, sondern auch im Raum der Kirche zu spüren ist. Er verkörpert in Deutschland das, was man im Amerikanischen einen „public intellectual“ nennt, jemanden also im Raum der Kultur, der aufgrund seiner Sach- und Sprachkompetenz in der allgemeinen Öffentlichkeit wahrgenommen und verstanden wird und aufgrund seines Selbstverständnisses Wissenschaftsfragen als Lebensfragen transparent zu machen versteht. Die hier vorgelegte Studie geht am exemplarischen „Fall“ der Frage nach, wie sich Themen des Christseins im Medium der Literatur heute darstellen lassen, ohne an literarisch-ästhetischer und religiös-theologischer Tiefe und Überzeugungskraft zu verlieren. Wie hat das „Christsein“ dieses Autors dessen politische Überzeugungen verschärft, die literarische Imagination inspiriert und die öffentlichen Wirkungsmöglichkeiten verbreitert? Wie ist seine Art von „Christsein“ geworden, wie sie ist? Wie hat es sich behauptet in den politisch-gesellschaftlichen Konflikten der vergangenen Jahrzehnte?


 
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