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Hans-Martin Schönherr-Mann:<br>Globale Normen und individuelles Handeln

Hans-Martin Schönherr-Mann:
Globale Normen und individuelles Handeln

 
2010 Königshausen & Neumann, 250 S., broschiert
ISBN 978-3-8260-4330-7
28,00 EUR

Gibt es globale ethische Normen? Hans Küngs Projekt Weltethos diagnostiziert sie in den großen Weltreligionen. Kann man sie aus aufgeklärter Perspektive teilen?
Im modernen demokratischen Rechtsstaat hat die Ethik längst nicht mehr den Sinn, die Menschen der Gemeinschaft unterzuordnen. Die Zeitgenossen bedienen sich vielmehr der Ethik, um ihre eigene Lebensform zu entwickeln. Damit entsteht eine globale Gemeinsamkeit zwischen den Menschen, nicht zwischen ihren Gemeinschaften. Aus emanzipatorischer Perspektive entspringt daraus die Globalität gemeinsamer oberster Normen, wie sie Hans Küngs Projekt Weltethos diagnostiziert. Derart verkörpert die Idee des Weltethos eine Wende der Ethik im 20. Jahrhundert, wie sie sich ansonsten bei John Dewey, Emmanuel Lévinas, Hannah Arendt und John Rawls anzeigt.
Schließlich sind missionarische Überzeugungs- und Kriegsstrategien, die dergleichen gewaltsam verbreiten wollen, gescheitert, zuletzt der militante Islamismus.
Wenn sich Staaten bei einer nachhaltigen Friedenssicherung oder internationalen Kooperation, z.B. beim Klimaschutz, regelmäßig überfordert sehen, braucht es das Engagement der einzelnen Menschen vor Ort. Doch viele entscheiden heute selbst, welche Normen und Tugenden sie achten wollen.

Über den Autor:
Prof. Dr. phil. Hans-Martin Schönherr-Mann, geboren 1952, studierte in Erlangen und Düsseldorf Philosophie, Germanistik und Neuere Geschichte. Er ist Professor für Politische Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und seit Jahren regelmäßiger Gastprofessor an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck. Weiter Gastprofessuren in Turin, Venedig und Passau. Außerdem ist er Essayist und Hörfunk-Autor.


 
© Stiftung Weltethos Tübingen